🍺 Schlussrede von Hans Peter Palm – Ein Leben für Bonn, den Bären und eine Zeit, die nie wiederkommt
Ich war jung, als ich 1979 meine Kochlehre bei Rolf Hiller Senior im Bierhaus Im Bären begann. Jung, neugierig, voller Hunger auf das Leben – und Bonn war damals der beste Ort der Welt, um genau das zu sein.
Der Bär war nicht einfach ein Arbeitsplatz. Er war eine Schule des Lebens, ein Zuhause, ein Treffpunkt, ein Stück Stadtgeschichte. Und ich durfte mittendrin stehen – zwischen dampfenden Töpfen, klappernden Pfannen, dem Duft von Muscheln Rheinischer Art und den legendären Schmalzbroten, die ab 22 Uhr kostenlos über den Tresen gingen.
Das Brot kam aus der Bäckerei Caspers in der Acherstraße. Ein Laden, der so sehr zu Bonn gehörte wie das Stadthaus, der Markt oder der Klang der Straßenbahn. Wenn morgens die ersten Körbe mit frischem Brot ankamen, wusste ich: Der Tag beginnt gut.
🏙️ Bonn – die Stadt, die mich groß gemacht hat
Bonn war damals eine Stadt mit über 1000 Kneipen, Bars und Diskotheken. Eine Stadt, die lebte, vibrierte, lachte. Eine Stadt, in der man nach der Schicht im Bären noch ins Old Daddy, ins Mausefalle, ins Studio 4, ins Crazy Corner oder in die Rheinlust ging – und immer jemanden traf, den man kannte.
Ich erinnere mich an Nächte, in denen wir nach Feierabend ins Health Studio Bonn in der Eifelstraße gingen, wo die Bodybuilder trainierten, die damals in Bonn Legenden waren. An Tage, an denen wir über den Markt liefen, die Händler riefen, die Leute lachten, und Bonn sich anfühlte wie ein Dorf – nur schöner.
Ich erinnere mich an das Stadthaus, das damals noch neu war, an die Diskussionen, an die Politik, an die Menschen, die Bonn prägten. Und ja – Oberbürgermeister Hans Daniels war in dieser Zeit tatsächlich im Amt (1973–1984). Ein Mann, der Bonn durch eine Ära führte, in der die Stadt wuchs, pulsierte und sich neu erfand.
🍺 Der Bär – ein Ort voller Geschichten
Im Bären lernte ich nicht nur kochen. Ich lernte Menschen kennen. Ich lernte, was Gastfreundschaft bedeutet. Ich lernte, wie man mit zwei Händen arbeitet und mit dem Herzen denkt.
Ich sah Studenten, die ihre ersten Nächte in Bonn feierten. Beamte, die nach der Arbeit ihr Kurfürsten Kölsch tranken. Alte Bonner Originale, die Geschichten erzählten, die man heute kaum noch glauben würde.
Manchmal kamen Gäste, die behaupteten, der Bär stehe auf einem alten Grundstück, das schon zu Zeiten der Kölner Kurfürsten ein Schankrecht besessen habe. Ob das stimmt? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber in Bonn liebt man Legenden – und manche davon fühlen sich so wahr an, dass man sie nicht mehr hinterfragt.
💔 Was bleibt, wenn ein Ort verschwindet
Heute gibt es den Bären nicht mehr. Auch die Bäckerei Caspers ist verschwunden. Viele der Kneipen, die Bars, die Diskotheken – weg. Die Stadt hat sich verändert. Manchmal schneller, als einem lieb ist.
Und doch: Wenn ich durch die Acherstraße gehe, höre ich sie noch – die Stimmen, das Lachen, das Klirren der Gläser. Ich rieche das Schmalz, die Muscheln, das frisch gebackene Brot. Ich sehe Rolf Hiller Senior in der Küche stehen, streng, aber gerecht. Ich sehe mich selbst – jung, verschwitzt, glücklich.
❤️ Ein Dank an eine Stadt, die mich geprägt hat Bonn hat mir alles gegeben: meinen Beruf, meine Erinnerungen, meine Geschichten, mein Herz. Und wenn ich heute zurückblicke, dann weiß ich: Ich hatte das Glück, eine Zeit zu erleben, die es so nie wieder geben wird. Eine Zeit, in der Bonn eine Stadt voller Leben war. Eine Stadt mit mehr als 1000 Kneipen. Eine Stadt, die niemals schlief. Eine Stadt, die mich groß gemacht hat. Der Bär ist weg. Aber die Legende bleibt. Und solange wir sie erzählen, solange wir uns erinnern, solange wir Bonn lieben – solange lebt auch ein Stück dieser wunderbaren Zeit weiter.
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