Es beginnt
mit einem Topf,
der noch kalt ist,
wie ein unbeschriebenes Blatt,
wartend auf den ersten Satz.
Ein Messer,
das durch Karotten gleitet,
als würde es Erinnerungen freilegen,
Schicht für Schicht,
Orange wie ein kleines Versprechen
auf Wärme.
Zwiebeln,
die beim Schneiden flüstern,
dass jedes gute Gericht
ein wenig Mut braucht –
und ein paar Tränen,
die niemand erklären muss.
Sellerie, Lauch, Kartoffeln,
ein Chor aus einfachen Dingen,
die erst im Zusammenspiel
ihre Melodie finden.
So wie Menschen,
die allein nur klingen,
aber gemeinsam singen.
Öl im Topf,
ein goldener Anfang.
Das Gemüse hinein,
und plötzlich klingt die Küche
wie ein leises Feuerlied.
Ein Zischen,
ein Aufatmen,
ein Beginn.
Dann Wasser,
so klar wie ein Gedanke,
der endlich ausgesprochen wird.
Kräuter,
die wie kleine Gedichte
in die Oberfläche fallen:
Petersilie, Thymian, Lorbeer –
Worte, die man schmeckt.
Die Suppe kocht,
doch sie eilt nicht.
Sie weiß,
dass gutes Werden Zeit braucht.
Dass Aromen wie Gefühle sind:
Sie öffnen sich,
wenn man ihnen Raum gibt.
Und während sie leise blubbert,
wird die Welt ein wenig weicher.
Der Tag verliert seine Kanten.
Die Küche riecht nach Zuhause,
selbst wenn man keines hat.
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Am Ende
steht eine Schüssel vor dir,
dampfend,
ein kleines Universum aus Wärme.
Ein Löffel,
der nicht nur nährt,
sondern erinnert:
Dass Einfachheit
manchmal das Schönste ist,
und dass eine Suppe
mehr heilen kann
als man ihr zutraut.
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