(aus ihrer Sicht)
Den ganzen Tag über hatte sie dieses leise Gefühl im Bauch, das weder Unruhe noch Aufregung war — eher eine sanfte Erwartung, die sich nicht aufdrängte, aber blieb. Sie wusste nicht, ob sie ihn wiedersehen würde. Und doch zog es sie am Abend hinaus, als würde die Luft selbst sie rufen.
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Sie ging langsam, ohne Ziel, aber mit einer Richtung, die sich von selbst ergab. Die Laternen waren schon an, warfen warmes Licht auf die Straßen, und die Stadt wirkte weicher als sonst. Vielleicht, dachte sie, weil sie selbst weicher geworden war.
Als sie die kleine Seitenstraße erreichte, sah sie ihn schon von Weitem. Er stand dort, als hätte er nicht gewartet — und doch irgendwie doch. Ein ruhiges Bild, das sich natürlich anfühlte.
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Sie blieb stehen. Er sah auf, und in seinem Blick lag dieses stille Wiedererkennen, das sie am Abend zuvor schon gespürt hatte.
„Sie sind da“, sagte er. Sie lächelte. „Und Sie auch.“
Sie gingen los, Seite an Seite, ohne dass jemand den ersten Schritt bewusst gesetzt hätte. Es war einfach passiert — wie vieles zwischen ihnen.
Während sie gingen, hörte sie die Geräusche der Stadt: das leise Klirren von Geschirr aus einem Café, das entfernte Summen eines vorbeifahrenden Fahrrads, die Schritte der Menschen, die an ihnen vorbeigingen. Doch all das wirkte wie Hintergrundrauschen. Er war der ruhige Mittelpunkt.
„Ich habe heute an unser Gespräch gedacht“, sagte sie. Es war ehrlich, nicht geplant. Er nickte. „Ich auch. Es war… leicht.“ „Leicht, aber nicht oberflächlich“, ergänzte sie. Er lächelte. „Genau das.“
Sie erreichten den kleinen Platz mit dem Straßenmusiker. Die Melodie war sanft, fast schwebend. Sie blieb stehen, hörte zu, und spürte, wie sich etwas in ihr entspannte — etwas, das sie lange nicht bemerkt hatte.
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„Manchmal“, sagte sie leise, „fühlt es sich an, als würde die Zeit langsamer werden, wenn man mit der richtigen Person unterwegs ist.“ Sie erschrak ein wenig über ihre eigene Offenheit, doch er sah sie nur warm an.
„Vielleicht“, sagte er, „ist das der Grund, warum ich heute wieder hier bin.“
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Sie spürte, wie sich etwas in ihr öffnete. Nicht viel, nur ein kleines Stück — aber genug, um zu wissen, dass sie ihm vertraute. Nicht blind, nicht überstürzt, sondern auf diese ruhige, natürliche Weise, die selten geworden war.
Sie setzten sich auf eine Bank.
Die Musik, das Licht, die Abendluft — alles fühlte sich an, als würde es sie beide einrahmen.
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„Ich weiß nicht, wohin das führt“, sagte sie. Es war kein Zweifel, eher ein ehrliches Eingeständnis. Er nickte. „Ich auch nicht. Aber ich mag, wie es beginnt.“ Sie sah ihn an, und in diesem Moment wusste sie, dass sie morgen wiederkommen würde. Nicht aus Pflicht, nicht aus Hoffnung, sondern aus einem Gefühl, das sich richtig anfühlte.
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Als sie später aufstand und sich verabschiedete, spürte sie keinen Abschied. Eher ein Weitergehen. Ein Faden, der sich spannte, ohne zu ziehen.
Und während sie nach Hause ging, merkte sie, dass sie lächelte — nicht wegen eines großen Moments, sondern wegen all der kleinen, stillen, echten.
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